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Sony VAIO VGX-XL100 im Test

£850 Preis bei Überprüfung

Sony ist bei der Interaktion zwischen Kunden und Computern schon immer eigene Wege gegangen. Anstatt sich auf vorhandene Windows-Funktionen zu verlassen, wurden in der VAIO-Reihe von PCs und Notebooks im Laufe der Jahre verschiedene proprietäre Software installiert, darunter eines der allerersten Media Center-Front-Ends, bekannt als VAIO Zone.

Sony VAIO VGX-XL100 im Test

Es ist also ein bisschen schockierend zu sehen, dass die XL100 die Standards anderer umarmt; nämlich Intels kürzlich eingeführte Viiv-Plattform. Vorbei ist VAIO Zone, ersetzt durch Microsofts weitaus freundlicheres XP MCE (Media Center Edition) 2005 und unterstützt durch eine Reihe von Intels speziell entwickelten Treibern.

Das soll nicht heißen, dass Sony seinen einzigartigen Software-Ansatz aufgegeben hat, denn der XL100 enthält einen angemessenen Anteil an skurrilen VAIO-Anwendungen vorinstalliert: Es gibt einen Medienserver, VAIO Media, der wirklich nichts kann, was MCE nicht mehr kann und VAIO Information Flow, eine neue Anwendung, die verschiedene Informationsseiten (internationale Uhren, RSS-Newsfeeds) mit grundlegenden Musikwiedergabe- und Foto-Diashow-Funktionen verbindet. Es ist eine interessante und einzigartige Idee, aber bei einer schrecklich verpassten Gelegenheit bleibt es völlig getrennt von MCE und funktioniert nicht einmal gut mit der MCE-Fernbedienung.

Zurück bei der Hardware scheint die Erfahrung von Sony auf dem Verbrauchermarkt durch. Obwohl ein Großteil des unverwechselbar eleganten Gehäuses aus Kunststoff besteht, fühlt es sich dennoch solide an; nicht ganz auf dem Niveau einer teuren HiFi-Komponente, aber nah dran.

Das Ergebnis ist etwas, von dem die meisten Systemintegratoren nur träumen können, von der nahtlosen Backplane bis zur schicken Frontplatte. Auch die AV-Spezifikation kann sich sehen lassen: Zu den vergoldeten analogen Line-In/Out-Stereopaaren gesellen sich optischer S/PDIF-In/Out und ein koaxialer S/PDIF-Ausgang. Es gibt keinen Scart-, DVI- oder gar VGA-Ausgang für Video – nur einen Komponentenausgang und einen HDMI-Anschluss. Das ist toll zu sehen. Es ist abwärtskompatibel mit DVI – und Sony enthält einen HDMI-zu-DVI-I-Konverter –, sodass Sie Ihren aktuellen Bildschirm weiterhin anschließen können wird bereit sein. Es unterstützt sogar Widescreen-Auflösungen bis zu 1080p.

Auf der Rückseite befindet sich Gigabit-Ethernet sowie eine 802.11b/g-Karte, komplett mit externer Antenne. Schieben Sie die versteckte Frontplatte nach unten und Sie finden einen 7-in-4-Kartenleser, einen Full-Size- und Mini-FireWire sowie zwei USB-2-Anschlüsse und eine 1/2-Zoll-Kopfhörerbuchse. Dahinter befinden sich Infrarot- und RF-Empfänger. Ersteres ist für die Standard-Microsoft MCE-Fernbedienung und letzteres für die Kombination aus drahtloser Tastatur und Trackpad. Es eignet sich gut für Computer, die ans Sofa gebunden sind, mit einem guten Layout und einem leichten Touch im Notebook-Stil. Mehrere Tastenkombinationen steuern die Lautstärke, starten Anwendungen und schalten das System ein und aus.

Schalten Sie das Gerät ein, und das lauteste Element ist das optische Laufwerk, wie es nach einer Disc aussieht, plus das leise Surren der Festplatte. Noch besser wird es, wenn man den Deckel abnimmt und merkt, wie viel Arbeit darin steckt, dieses Produkt äußerlich so mühelos zu machen.

Während wir immer noch nicht davon überzeugt sind, dass Intels Pentium D der beste Prozessor für Mediensysteme ist, entscheidet sich Sony für einen großen kundenspezifischen Kühlkörper, um das 2,8-GHz-Modell im XL100 zu kühlen; insbesondere ist es die 65-nm-Version. Die GeForce-6600-Grafikkarte (ausreichend, um die 3D-Spieletitel des letzten Jahres mit Grundeinstellungen zu betreiben) wird ähnlich über eine Heatpipe und einen Radiator gekühlt. Zwei 80-mm-Lüfter an der Rückseite saugen kühle Luft über den Arbeitsspeicher und durch die Kühlkörper, bevor sie über die Rückseite wieder abgegeben wird. Ein weiterer 80-mm-Lüfter verrichtet einen ähnlichen Job mit Netzteil und Festplatte, aber trotz der Größe hört man wirklich nur etwas, wenn man das Ohr an das Gehäuse drückt.